Mediation

Rechtlicher Rahmen

Bis heute ist Mediation in Deutschland keinem speziellen Regelungswerk unterworfen. Deshalb können die Parteien im Wesentlichen unabhängige Regeln schaffen, nach denen das Mediationsverfahren ablaufen soll.

In der Praxis sind die meisten Mediatoren darauf vorbereitet, die Parteien in diesem Verfahren zu unterstützen, indem sie ein Regelwerk vorschlagen, das die Parteien akzeptieren und verändern können. Für den Fall, dass sich die Parteien auf ein Mediationsverfahren unter der Verwaltung einer Institution geeinigt haben, z.B. der Mediationsstelle für Wirtschaftskonflikte der Hamburger Handelskammer, stellt die Institution den Parteien ein Regelwerk zur Verfügung, welches diese als solches akzeptieren oder individuell anpassen können.

Die Mehrheit der Mediationsverfahren folgt folgendem Ablauf:

Zu Beginn schließen die Parteien eine Vereinbarung, in der sie sich darauf einigen, ihre Streitigkeit im Rahmen einer Mediation zu lösen. Dies ist die sogenannte "Mediationsvereinbarung". Die Vereinbarung kann sowohl vor als auch nach Streitentstehung geschlossen werden. Mehrere Institutionen bieten sogenannte „Musterklauseln“ für eine solche Vereinbarung an.

Die Parteien müssen einen Mediator auswählen. In Deutschland ist der Begriff „Mediator“ kein rechtlich geschützter Begriff, so dass es Aufgabe der Parteien ist, eine Person zu finden, die die nötigen Qualifikationen aufweist, um sie bei der Lösung ihrer individuellen Streitigkeit zu unterstützen. Es gibt mehrere Institutionen, die in der Lage sind, den Parteien bei dieser Auswahl zu unterstützen. Einige dieser Einrichtungen veröffentlichen Listen von erfahrenen Mediatoren auf ihren Websites. Die Listen geben teilweise Auskunft über persönliche Kompetenzen und Erfahrungen der aufgeführten Personen.

Nach der Wahl des Mediators ist es dessen Hauptaufgabe, die Parteien bei der Bewältigung ihrer Streitigkeit dergestalt zu unterstützen, dass diese einer für alle zufrieden stellenden Lösung zugeführt wird.

Die Entscheidung für oder gegen eine außergerichtliche Streitbeilegung bleibt hierbei immer in den Händen der Parteien. Sofern die Parteien sich am Ende einigen, wird üblicherweise ein Vertrag geschlossen, der die Bedingungen der Einigung festhält.